Lange Zeit erklärten die Menschen die Welt mithilfe ihrer religiösen Vorstellungen und Offenbarungen. Jeder kennt wohl die Geschichte von Adam und Eva, die etwas beleseneren die gesamte Schilderung der Genesis im 1. Buch Moses.

Doch dann kam Darwin und entdeckte, dass alle Differenzierung des Lebendigen durch Anpassung an den Lebensraum und Auslese vonstattenging, was der Genesis eindeutig widersprach. Hatte Gott gelogen? Und sobald der erste Zweifel der Aufklärung gesät war und Naturwissenschaften ein „göttliches Wunder“ nach dem anderen mit naturwissenschaftlichen Methoden erklären, ja sogar eigenhändig reproduzieren konnten: Ist ein Gott für dieses Universum überhaupt notwendig? Gibt es (einen) Gott?

Für mich gibt es da keinen Zweifel. Andererseits kann ich auch nicht an den Erkenntnissen der Wissenschaft zweifeln, denn diese sind beweisbar. Es mag hier und da notwendige Korrekturen geben, weil neue Fakten zeigen, dass alte unvollständig waren und daher falsch interpretiert wurden, aber die Richtung bleibt immer gleich: Die wissenschaftliche Erkenntnis widerspricht der göttlichen Offenbarung.

Ist die Wissenschaft also Teufelswerk? Nein, das kann nicht sein, denn wenn etwas wahr ist, entspricht es für den Gläubigen dem göttlichen Auftrag „Macht euch die Erde untertan“, kann also nicht böse sein. Die Wissenschaft ist weder gut noch böse, sie ist ein Werkzeug.

Wenn aber Gott die Wahrheit ist und die Wissenschaft – nach bestem Wissen und Gewissen – die Wahrheit spricht, dann müssen beide Offenbarungen (göttliche und weltliche) irgendwie zusammenpassen und erscheinen uns mit unserem beschränkten Verstand nur widersprüchlich.

In dieser Rubrik werde ich meine Phantasie spielen lassen, wie die beiden Kontrahenten eigentlich auf dieselbe Wahrheit blicken. Vielleicht formuliert ja der Heilige Geist an dem einen oder anderen Gedanken mit – aber ob und wo das passiert sein könnte, muss jeder für sich selbst entscheiden.

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