Lightkeeper (Band 1)

„Und [Abram] glaubte dem HERRN, und das rechnete Er ihm als Gerechtigkeit an.“ (1 Mose 15,6)

Zu Beginn des dritten Kapitels ist Paulus ziemlich verzweifelt über die Unverständigkeit der Galater. Er betont noch einmal, die Gnade Gottes könne nicht durch die Werke des Gesetzes verdient werden, sie sei ein Geschenk, das Gott den Menschen durch den Christus gab. Er belegt dies durch Abraham, dem Ur-Vater aller Gläubigen.

„Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Nichtiges? (…) Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Erbitte von mir, so will ich dir die Heidenvölker zum Erbe geben und die Enden der Erde zu deinem Eigentum.“  (Psalm 2, 1.7+8)

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum. Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns.“ (Joh 1, 1.10+11.14)

„Rede zu den Kindern Israels und sprich: Wer seinem Gott flucht, der soll seine Sünde tragen; und wer den Namen des HERRN lästert, der soll unbedingt getötet werden!“ (3 Mos 24, 15+16)

Viele Bibelzitate zu Beginn, doch sie spielen heute alle eine Rolle.

Im zweiten Abschnitt von Galater 2 erzählt Paulus von einem heftigen Disput zwischen ihm und Petrus in Antiochia. Wir erinnern uns: Gott war Petrus in einer Vision erschienen, in der allerlei Tiere – nach den jüdischen Speisegesetzen reine und unreine (also insgesamt unrein, denn wenn etwas Reines von etwas Unreinem berührt wurde, wurde es selbst unrein) – in einem Tuch herabgelassen wurden und ihn eine Stimme aufforderte: „Schlachte und iss!“. Als Petrus dies mit dem Hinweis auf die jüdischen Speisegesetze ablehnte, meinte die Stimme „Was Gott rein gemacht hat, das mache du nicht unrein“ (Apg 10,15) – Die Speiseregeln sind für Christen also außer Kraft - genau genommen alle Gesetze, die im Alten Bund die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk in rein äußerlichen Verhaltensregeln definierten.

„ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht; ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“ (Joh 14, 16+17)

Paulus berichtet weiter von seiner Missionsreise, die ihn auf eine Offenbarung des Herrn hin nach 14 Jahren wieder nach Jerusalem führte, wo er sich mit den anderen Aposteln traf und – wie Kapitel 15 der Apostelgeschichte ausführlich berichte – heftig mit diesen darüber in Streit geriet, was Gott von den Heiden für deren Errettung forderte.

„Wiederum nimmt ihn [Jesus] der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und spricht zu ihm: Dieses alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest! Da spricht Jesus zu ihm: Weiche, Satan! Denn es steht geschrieben: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!« Da verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm.“ (Mt 4, 8-11)

Im zehnten Vers des Galterbriefes macht Paulus auf eine Erfahrung aufmerksam, die wohl jeder Christ irgendwann in seinem Leben machen wird, machen muss: „Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.“ Wenn Christen über die Heilsbotschaft ihres Herrn reden, dann werden sie anecken, dann werden sie mitunter Dinge sagen (müssen), die bei ihren Zuhörern nicht gut ankommen. Da muss der Christ dann aber durch; es ist der Herr, der meine Schritte und meine Zunge lenkt – er allein. Die viel gepriesene „Freiheit des Christenmenschen“ stößt an diesem Punkt an ihre Grenzen.

Nicht ganz sicher, wer Paulus war? Lies einfach "Einschub: Paulus" zuerst. Grund für diesen Brief an die Galater war für Paulus die Nachricht, dass Prediger in Galatien aufgetaucht waren, welche die jüdische und christliche Lehre vermischten. Diese behaupteten, Gläubige müssten zuerst Juden werden und die Gesetze des Alten Testamentes achten, ehe sie Christen werden könnten. Man müsse also Jude sein und nach den Gesetzen leben, um in den Genuss der Gnade aus Glauben an Jesus Christus kommen zu können.

In Zeiten, zu denen nicht mehr alle so genannten Christen die Bedeutung der verschiedenen Hochfeste sicher voneinander trennen können und im TV an Weihnachten beharrlich Dokumentationen über die Kreuzigung Jesu laufen, ist es vielleicht sinnvoll zuerst ein paar Worte über Paulus, den Schreiber und Absender des Briefes an die Galater zu verlieren.

Im letzten Kapitel des Buches Klagelieder ist von der Nachkriegsgeneration die Rede. Jeremia klagt vor Gott wie elend dieses Land geworden sei und dass doch die Generation, welche gegen ihn gesündigt habe jetzt tot sei. Alle staatlichen Strukturen sind verschwunden, die Bevölkerung leistet Frondienste für die gottlosen Besatzer. Die Nachkommen zahlen für die Schuld der Väter.

Sehr sorgfältig und mitfühlend berichtet Jeremia von den Folgen des Krieges, wie die einst prächtigen und bewunderten Fürsten heruntergekommen und ausgehungert sind, welche schrecklichen, ja barbarischen Auswüchse das Elend bei der Bevölkerung verursachte. Die Überlebenden haben dem täglichen Existenzkampf zuletzt ihre Menschlichkeit geopfert und verwandelten sich in Monster. In diesem Punkt unterscheidet sich die Eroberung und Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier vor 2500 Jahren in nichts von den heute auf der Welt tobenden Kämpfen und Kriegen. Ein Sprichwort sagt: Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer. Es wäre hier zu ergänzen: Die Menschlichkeit ist das letzte und bitterste Opfer des Krieges.

„Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott.“ (Ps 143,10)

Hier wollte wohl jemand den – angenommen jungen – Leser nicht mit zu viel Text an einem Tag überfordern; anders kann ich mir nicht diese seltsame Aufteilung erklären; dem Textverständnis dient die Aufteilung jedenfalls nicht. Naja, mal sehen was sich heute ergibt.

Im Lightkeeper erfahre ich, dass Jeremia in den Versen 52 – 54 von einem zurückliegenden Ereignis spricht, zu finden in Jeremia 38,6. Wieder zeigt sich, dass man nur eingeschränkt „beliebig“ in diesen Leseplan einsteigen kann. Jeremia hatte davor den König vor der Strafe Gottes gewarnt, die Leute wollten aber nicht hören und töteten den Boten, bzw. warfen ihn in eine Zisterne, damit er die Klappe hält. Mit schlechten Nachrichten bringt man in schweren Zeiten nicht das Volk hinter sich, also ist es einfacher alternative Fakten zu schaffen. Das kommt uns doch bekannt vor, oder?

Oha, das meiste gestern Gesagte passt auch auf den heutigen Tag.

Jeremia stellt klar, dass Gott dieses Leid – wie jedes Leid – nicht zulässt, weil es ihm Vergnügen bereitete. Er ist seinem ganzen Wesen nach gütig, der Mensch muss diese Güte allerdings auch annehmen, was Gehorsam voraussetzt. Allerdings lässt er Leid zu, wenn es letzten Endes dem Seelenheil des Betroffenen dient. Wie sagt einige hundert Jahre später doch Gottes Sohn? „Wenn dir aber dein rechtes Auge ein Anstoß [zur Sünde] wird, so reiß es aus und wirf es von dir! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn deine rechte Hand für dich ein Anstoß [zur Sünde] wird, so haue sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“  (Mt 5, 29+30)

Aber da sterben doch auch Kinder, ja sogar Säuglinge – kann das gerecht sein?

Was ich noch sagen wollte ...

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