Lightkeeper (Band 1)

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ (Mt 7,16)

Im letzten Abschnitt des vierten Kapitels kommt Jesus nach Kapernaum. Dort treibt er Dämonen aus und heilt Kranke. Hier haben wir es zum ersten Mal mit „richtigen Wundern“ zu tun. Außerdem erfahren wir, dass die Dämonen den Sohn Gottes erkennen, die Menschen in Kapernaum aber offensichtlich nicht. Sie sehen in Jesus nur einen Wundertäter, einen Zauberer. Darum soll er im Ort bleiben und weiterhin Wunder tun. Hätten sie erkannt, dass der Messias vor ihnen steht, hätten sie gewusst, dass er nicht bleiben kann, da sein Auftrag weit über diese Wunder hinausreicht.

Danach kommt Jesus heim nach Nazareth und predigt dort in der Synagoge. Er hat nur eine kurze Botschaft an die Menschen in Nazareth: ‚Ich bin der versprochene Messias. Ich heile was zerbrochen ist.‘ Die Einheimischen belächeln das. Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Was soviel heißen soll wie: Sich hier als König aufzuspielen – der Kerl spinnt doch! Jesus erklärt ihnen, dass diese Reaktion abzusehen war und warnt sie gleich mit dem Hinweis, dass auch schon in der Vergangenheit die Hilfe Gottes durch die Propheten den Heiden zuteilwurde. Im Grunde nimmt er hier die ganze Geschichte vorweg: Die Israeliten werden den Messias ablehnen und daraufhin wird die frohe Botschaft den Heiden verkündet und diese werden gerettet werden.

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun“ (Joh 14,12)

Nach der Taufe durch Johannes geht Jesus für 40 Tage in die Wüste und fastet. Was geschieht hier? Jesus löst sich von der Welt und verbindet sich nun endgültig mit seinem Vater, so dass der Vater und der Sohn eins sein werden. Für den Weg, den er nun vor sich hat, ist dies unverzichtbar. Am Ende dieser Zeit fordert ihn der Teufel dreimal auf (der Teufel hat seine eigene „Dreifaltigkeit“), Wunder zu tun und sich ihm zu unterwerfen – dafür will er ihm die Welt geben.

„Wahrlich, ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist kein Größerer aufgetreten als Johannes der Täufer; doch der Kleinste im Reich der Himmel ist größer als er.“ (Mt 11,11)

Johannes verkündigt die Ankunft des Herrn mit Macht – mit der Macht des Heiligen Geistes. Die Menschen wundern sich über ihn und staunen über seine Worte. Manche sagen, er sei der angekündigte Messias, doch diesen Gerüchten widerspricht er sofort. Er, Johannes, sei nur ein Rufer in der Wüste. Er taufe mit Wasser, der, den er ankündigt würde aber mit Feuer und Heiligem Geist taufen. Gegen ihn, der komme, sei er ein Niemand.

„Die Stimme eines Rufenden [ertönt]: In der Wüste bereitet den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße unserem Gott! Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden; was uneben ist, soll gerade werden, und was hügelig ist, zur Ebene! Und die Herrlichkeit des HERRN wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird sie sehen; denn der Mund des HERRN hat es geredet.“ (Jes 40,3-5)

Es wird ernst! Als Johannes – und damit auch Jesus – etwa 30 ist, ruft Gott ihn aus der Wüste zurück zu den Israeliten. Er soll in den Städten den Messias, Gottes Sohn, ankündigen, soll die Menschen zur Buße aufrufen und taufen.

Auch wenn Jerusalem nicht grade um die Ecke liegt, pilgern Joseph und Maria jedes Jahr mit ihrem Sohn zum Passahfest von ihrer Heimatstadt Nazareth dorthin. Alle die körperlich dazu in der Lage waren wollten an diesen Tagen beim Tempel sein, ihrem Gott opfern und mit ihm die Befreiung aus Ägypten feiern. So hatte er es ihnen aufgetragen. Als Jesus zwölf Jahre alt ist, passiert hierbei wieder Wunderliches.

Joseph und Maria befolgen das jüdische Gesetz und so wird das Kind am achten Tag beschnitten und erhält – wie vom Engel befohlen – den Namen Jesus. Nach vierzig Tagen, nachdem Maria wieder als rein gilt, wird Jesus zum Tempel gebracht. Als Erstgeborener muss er im Tempel vorgestellt, Gott mit Opfern geweiht werden. Hierbei kannte das Gesetz bereits eine Sozialklausel – Arme durften zwei Turteltauben opfern, die für wenig Geld zu bekommen waren. Gott machte bei den Opferriten deutlich: Es ist der Gedanke der zählt, nicht der Betrag.

Lukas 2, 8-20 (8. Januar)

„seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht über die, welche ihn fürchten. (…) Er stößt die Mächtigen von ihren Thronen und erhöht die Niedrigen. Hungrige sättigt er mit Gütern, und Reiche schickt er leer fort.“ (Lk 1, 50-53)

Dieses Mal ruft Gott diejenigen, die klein und unbedeutend sind in der Welt. Als Mutter für den Erlöser erwählt er die mittellose Maria, die in dem unbedeutenden Nazareth lebt und auch Joseph ist ein einfacher Arbeiter. Als Geburtsort für den Erlöser wählt er einen Viehstall in Bethlehem, als erstes Bett für das Kind eine Futterkrippe. So verwundert es nicht, dass die ersten, denen er durch Engel, also quasi persönlich mitteilt, dass der Heiland jetzt geboren ist, Hirten sind, die zu dieser Zeit gerade mit ihren Herden in der Nähe auf dem Feld sind.

„Und du, Bethlehem-Ephrata, du bist zwar gering unter den Hauptorten von Juda; aber aus dir soll mir hervorkommen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Hervorgehen von Anfang, von den Tagen der Ewigkeit her gewesen ist.“ (Micha 5,1)

Das berühmteste und zugleich schönste Kapitel in der ganzen Geschichte der Offenbarung Gottes steht in Lukas 2.

Schließlich kommt Elisabeths Sohn zur Welt und nach dem Gesetz des Bundes soll er am achten Tag beschnitten werden und einen Namen bekommen. Als die Mutter sagt, das Kind solle Johannes heißen wundern sich alle, denn niemand in Zacharias und Elisabeths Familie hat diesen Namen.

Was ich noch sagen wollte ...

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